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Stefan Keller

Funkamateur aus Niederbayern

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Moin, ich bin Stefan

Stefan Keller

Stefan

DL1AO

Funkamateur aus Niederbayern

Vom CB-Funk zur Klasse A

Angefangen hat alles in den 90ern mit CB-Funk - Rufzeichen 13CT2162. Die Faszination für Funktechnik hat mich nie losgelassen, auch wenn der Weg zur Amateurfunklizenz ein paar Jahrzehnte gedauert hat.

Berufliches Hauptprofil mit Hintergrund und Kontaktinfos findest du auf stefan.keller.ac. Privat: Verheiratet, Vater, ursprünglich von der Ostsee. Seit 2024 in Niederbayern - und inzwischen recht dahoam.

90er
CB-Funk Start
2024
QTH Niederbayern
2025
Klasse A Lizenz

Was ist ein Rufzeichen?

Ein Rufzeichen ist die weltweit einzigartige Kennung eines Funkamateurs. Es wird von der nationalen Fernmeldebehörde vergeben - in Deutschland von der Bundesnetzagentur (BNetzA). Jedes Rufzeichen ist wie ein Fingerabdruck: Es verrät das Land, die Region und identifiziert den Funkamateur eindeutig.

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Landeskenner (Deutschland)
Ziffernblock
Suffix (individuell)

Landeskenner

Die ersten ein bis zwei Buchstaben zeigen das Land. Deutschland nutzt DA-DR: DN9 (Klasse N), DO, DA6 (Klasse E) und z.B. DL, DB, DK, DM (Klasse A). Die USA verwenden W, K, N und A - Japan u.a. JA.

Ziffernblock

Die Ziffer nach dem Präfix gehört zum Rufzeichen. In manchen Ländern hat sie regionalen Bezug, in Deutschland ist sie Teil der Zuteilung und heute kein geografischer Distriktcode.

Suffix

Für personengebundene deutsche Amateurfunkrufzeichen sind im Regelfall zwei- oder dreibuchstabige Suffixe vorgesehen.

Kein Funk von Anfängern

Amateurfunk ist eines der wenigen Hobbys, für das man eine staatliche Prüfung ablegen muss. Das hat gute Gründe: Funkamateure senden mit bis zu 750 Watt auf eigenen Frequenzbändern. Ein schlecht abgestimmter Sender erzeugt Oberwellen - Vielfache der Sendefrequenz, die in fremde Bänder fallen und dort den Rundfunk, Windprofilmessradare oder andere Funkdienste stören können. Auf einigen Bändern hat der Amateurfunk nur sekundären Status und darf andere Dienste nicht beeinträchtigen.

Technik

Elektrotechnik, Schaltungstechnik, Wellenausbreitung, Antennentechnik, Messtechnik und EMV. Die Prüfung ist gestuft: Klasse N fragt Grundlagen, Klasse E geht tiefer, Klasse A verlangt umfassendes Verständnis.

Vorschriften

Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung, internationale Regelungen (ITU), Betriebsvorschriften und Frequenzzuweisungen. Man muss wissen, was man darf - und was nicht.

Betriebstechnik

Das Q-Gruppen-System, internationale Buchstabiertafel, Logbuchführung, Contestbetrieb und korrektes Verhalten auf den Bändern. Funkdisziplin ist kein Nice-to-have.

Drei Lizenzklassen in Deutschland

  • Klasse N (Entry-Class) - seit Juni 2024 neu. 3 Bänder (10m, 2m, 70cm), max. 10 W ERP auf 10 m, 6,1 W ERP auf 2 m und 70 cm. Rufzeichen mit Präfix DN9. Nur in Deutschland gültig - der schnelle Einstieg zum Ausprobieren.
  • Klasse E (Novice-Class) - zusätzliche Kurzwellenbänder (z.B. 160m, 80m, 15m) und UKW ab 2m, max. 100 Watt PEP. Rufzeichen mit Präfix DO1-DO9 oder DA6. International anerkannt nach ECC/REC/(05)06 (CEPT-Novice-Lizenz) - z.B. in Österreich, Schweiz, Niederlande, Großbritannien und weiteren Ländern.
  • Klasse A (Expert-Class) - alle Amateurfunkbänder, max. 750 Watt PEP. Rufzeichen mit Präfix DA1-2, DB, DC, DD, DF, DG, DH, DJ, DK, DL oder DM. HAREC-Anerkennung nach CEPT-Empfehlung T/R 61-01 - gültig in zahlreichen Ländern, u.a. in ganz Europa, USA, Kanada, Australien und Japan.
  • Die Prüfung wird von der Bundesnetzagentur abgenommen. Alle Klassen können am selben Prüfungstag abgelegt werden - wer Klasse A nicht schafft, bekommt automatisch die E-Lizenz, sofern diese Teile bestanden wurden.
  • Vorbereitung: Selbststudium, Onlinekurse wie 12db.de oder Kurse im Ortsverband des DARC e.V.

Geschichte des Amateurfunks

~1900

Die Anfänge

Schon um die Jahrhundertwende experimentieren Bastler und Tüftler in den USA und Europa mit selbstgebauten Funksendern. Der Begriff "Amateur" meint dabei nicht "Anfänger", sondern jemanden, der aus Leidenschaft und nicht kommerziell funkt. Die ersten Funkamateure sind Pioniere der drahtlosen Kommunikation.

1914

ARRL-Gründung

Hiram Percy Maxim gründet die American Radio Relay League (ARRL), den ältesten und bis heute größten Amateurfunkverband der Welt. Die Idee: Nachrichten per Funk von Station zu Station über weite Strecken weiterleiten.

1921/23

Transatlantik auf Kurzwelle

1921 gelingt erstmals der einseitige Empfang von Amateurfunksignalen über den Atlantik. 1923 folgt die erste zweiseitige transatlantische Kurzwellenverbindung. Die Experten hatten behauptet, das sei unmöglich. Die Amateure bewiesen das Gegenteil - und legten damit den Grundstein für die weltweite Kurzwellenkommunikation.

1925

IARU-Gründung

Die International Amateur Radio Union (IARU) wird in Paris gegründet. Sie vertritt die Interessen der Funkamateure weltweit bei der ITU und koordiniert die internationale Zusammenarbeit.

1927

Organisierter Amateurfunk in Deutschland

In Kassel wird der Deutsche Amateur-Sende- und Empfangsdienst (DASD) gegründet - der Vorläufer des heutigen DARC. Nach dem Krieg entsteht 1950 in Bad Homburg der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC), heute mit rund 33.000 Mitgliedern der größte Amateurfunkverband Europas.

1949

Backsteinaktion und Amateurfunkgesetz

Als sich das Gesetzgebungsverfahren verzögert, starten deutsche Funkamateure eine legendäre Protestaktion: Am 15. Januar 1949 schicken sie massenhaft Backsteine an den Wirtschaftsrat - "zur Untermauerung des Amateurfunkgesetzes". Die Post muss Zusatz-LKW einsetzen. Mit Erfolg: Das Amateurfunkgesetz wird am 14. März 1949 vom Wirtschaftsrat verabschiedet - noch vor dem Grundgesetz.

1961

OSCAR 1 - Amateure im Weltraum

OSCAR 1 (Orbiting Satellites Carrying Amateur Radio) wird gestartet - der erste Amateurfunksatellit der Geschichte. Funkamateure gehören damit zu den ersten nichtstaatlichen Gruppen, die eigene Satelliten im Orbit betreiben.

1978

Packet Radio - Daten vor dem Internet

Kanadische Funkamateure um Robert Rouleau (VE2PY) beginnen mit digitaler Datenübertragung per Funk. In den Folgejahren entstehen daraus Mailboxen und Netzwerke - lange bevor das Internet allgemein zugänglich wird, vernetzen sich Funkamateure digital.

Heute

Moderner Amateurfunk

FT8, Mond-Reflexion (EME), Software Defined Radio, digitale Betriebsarten und Satellitenkommunikation. Amateurfunk ist lebendiger denn je - eine Mischung aus Tradition und Hightech, die weltweit rund 3 Millionen Lizenzinhaber verbindet.

Bekannte Rufzeichen

Amateurfunk verbindet Menschen aller Berufe und Hintergründe - darunter auch einige, die man nicht unbedingt erwarten würde.

JY1
König Hussein von Jordanien

Einer der bekanntesten Funkamateure der Welt. Regelmäßig auf den Bändern aktiv und für seine Freundlichkeit im QSO bekannt.

EA0JC
Juan Carlos I. von Spanien

Der ehemalige König von Spanien ist lizenzierter Funkamateur und wurde regelmäßig auf den Kurzwellenbändern gehört. Das Sonder-Präfix EA0 war der Königsfamilie vorbehalten.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Der deutsche Bundeskanzler ist lizenzierter Funkamateur. Damit steht er in einer Tradition prominenter Politiker mit Amateurfunklizenz - darunter auch der US-Senator Barry Goldwater (K7UGA).

W6SAI
Bill Orr

Legendärer Autor zahlloser Amateurfunk-Fachbücher. Sein "Radio Handbook" war über Jahrzehnte das Standardwerk für Funkamateure weltweit und hat Generationen von Selbstbauern inspiriert.

FO5GJ
Marlon Brando

Der legendäre Hollywood-Schauspieler ("Der Pate") war lizenzierter Funkamateur (auch unter KE6PZH in den USA). Sein Rufzeichen FO5GJ steht für Französisch-Polynesien.

DP0GVN
Neumayer-Station III, Antarktis

Das deutsche Rufzeichen in der Antarktis. Bei Anwesenheit lizenzierter Funkamateure auf der Forschungsstation sind Funkverbindungen vom Ende der Welt möglich - ein Highlight für jeden, der eine QSL-Karte von dort ergattert.

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